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| Die göttliche Komödie: Mit einer kunsthistorischen Einleitung von Anja Grebe
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Werk: großartig / Ausgabe: keine manessische Meisterleistung
• • • • • (bewertet mit 3 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen (VINE®-PRODUKTTESTER) (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Die Göttliche Komödie (Gebundene Ausgabe) Wohlgemerkt: die drei Sterne beziehen sich nur auf diese vom für seine wunderschönen Buchausgaben bekannten Manesse-Verlag, nicht auf das Werk selbst, das sicherlich zu zeitlosen fünf Sternen gereift ist.
Warum der Abzug? Bei Klassikern ist es doch so: sie benötigen den richtigen Einstieg, denn ein bereits Jahrhunderte altes Werk hat nun mal eine andere Form und Sprache, als die meisten Interessierten das heute gewohnt sind. Und gerade ein so umfangreiches Werk wie die Göttliche Komödie will gewissermaßen erarbeitet sein.
Nun habe ich die Erfahrung gemacht, daß es kein guter Schritt ist, sich einen Klassiker, für dessen Lektüre man sich bereit fühlt, in einer Billigausgabe zu erstehen. Lesen ist etwas SINNLICHES, und Krieg und Frieden in einer klein und auf schlechtem Papier gedruckten Ausgabe zu lesen, ist schiere Quälerei. Viele denken dann, Klassiker seien halt doch zu hoch für sie, und bemerken dabei u.U. gar nicht, daß es die abschreckende Aufmachung des Buches war, die Augen & Geist hat so rasch ermüden lassen.
Daher habe ich mich gefreut, als der von mir so verehrte Manesse-Verlag zu seinem Jubiläum u.a. die umfangreiche Göttliche Komödie in einer günstigen Sonderausgabe herausgebracht hat. Für gewöhnlich sind die leinengebundenen Ausgaben sorgfältig ediert, haben hübsche Illustrationen und ein angenehmes Schriftbild. Das kleine Format macht sie zu angenehmen Reisebegleitern.
Und nun das hier! Daß bei einer Sonderausgabe der Einband etwas billiger gemacht ist, ist sicherlich akzeptabel. Textedition und Bildauswahl entsprechen sicherlich dem hohen Manesse-Standard. Dennoch halte ich diese Aufmachung für einen völligen Fehlgriff. Im Kleinformat (weniger als Postkartenformat) sind hier auf knapp 6cm Buchbreite (normal: 1-2 cm) 1200 Seiten zusammengepreß. Das hat den entscheidenden Nachteil, daß man, um das Buch auch lesen zu können, extrem weit aufblättern muß, und selbst dann nur unter Schwierigkeiten den Text auch tatsächlich vollständig (d.h. bis zur Innenfalz) im Blick hat. Ich habe noch kein so dickes Buch erlebt, daß eine solche Behandlung ohne größere Schäden lange mitgemacht hätte. Und ein Buch, daß - ob nun Manesse drauf steht oder nicht - nach der Hälfte der Lektüre auseinanderfällt, ist mit 15,- Euro bereits viel zu teuer. Entweder macht man mindestens zwei Bände daraus oder vergrößert das Format - so geht es jedenfalls nicht sinnvoll.
Ich bedaure jedenfalls, zu dieser Ausgabe gegriffen zu haben - die wird sich im Regal hübsch und breit machen, aber zum erstmaligen oder erneuten genußvollen Lesen eines großen Klassikers lädt sie definitiv nicht ein.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 14. April 2005 | | |
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